Angstsparen und Inflation – ein gefährlicher Mix

Angst vor der Corona-Krise und wenig Gelegenheit, im Lockdown Geld auszugeben: Die Deutschen haben im vergangenen Jahr wesentlich mehr gespart. Doch mit der anziehenden Inflation wird das Geld auf dem Bankkonto immer weniger wert. Mit Fondssparen kann man hier gegensteuern.

In der Corona-Krise haben viele Menschen in Europa laut einer aktuellen Studie deutlich mehr gespart. Im vergangenen Jahr flossen per Saldo 585 Milliarden Euro neu auf Giro- und Sparkonten in der Eurozone, heißt es in einer Analyse des Hamburger Finanzunternehmens Deposit Solutions. Das Sparvolumen im Währungsraum ist 2020 um 48 Prozent zum Vorjahr gewachsen.

Ein Großteil der neuen Gelder, rund 150 Milliarden Euro, entfällt laut Studie auf deutsche Sparer. Hierzulande hat das Sparvolumen damit um 37 Prozent zugenommen. Pro Kopf sind damit in Deutschland die Bankguthaben um 1.800 Euro angestiegen. Das gefährliche dabei: Bankeinlagen erzielen wegen der Dauer-Niedrigzinsen kaum noch Rendite. Und jetzt springt auch die Inflation wieder an.

Zum Teil enorme Preissteigerungen

So ist die deutsche Inflationsrate im Januar überraschend deutlich von minus 0,3 Prozent im Dezember auf jetzt plus 1,0 Prozent nach oben geschnellt. Das hört sich zwar nicht gerade besorgniserregend an, doch einzelne Produktgattungen und Dienstleistungen haben sich im Jahresvergleich deutlich stärker verteuert.

So waren etwa Lebensmittel wie Fleisch, Gemüse oder Obst im Januar rund drei Prozent teurer als vor einem Jahr, elektrische Haushaltsgeräte verteuerten sich um vier Prozent und Bank- und Sparkassengebühren kletterten um fast sechs Prozent. Und weitere preistreibende Effekte zeichnen sich bereits ab.

Mehr als zwei Prozent Inflation in 2021

Einerseits wird aufgrund von Basiseffekten bei den Energiepreisen – Öl und Benzin waren im Frühjahr 2020 noch deutlich günstiger – die Inflationsrate in den kommenden Monaten weiter anziehen. Andererseits dürften nach einem Ende des Lockdowns Nachholeffekte beim Konsum die Preise weiter nach oben treiben. Experten rechnen daher im Laufe des Jahres mit Teuerungsraten deutlich über zwei Prozent.

Für Sparer, die auf das Sparbuch oder sonstige niedrigverzinste Anlageformen setzen, sind das keine guten Nachrichten, denn sie brauchen mehr als zwei Prozent Jahresrendite, um den teuerungsbedingten Wertverlust ihres Kapitals auszugleichen.

Das geht mit Investmentfonds nicht nur relativ einfach sondern – mittelfristig – auch ohne größeres Risiko. So zeigt die aktuelle Statistik des Fondsverbands BVI, dass beispielsweise Aktienfonds, die in Deutschland anlegen, in den vergangenen fünf Jahren eine jährliche Wertsteigerung von 6,5 Prozent erzielt haben. International anlegende Aktienfonds erreichten im Fünf-Jahresvergleich sogar eine durchschnittliche Jahreswertentwicklung von 7,5 Prozent.

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