Die Deutschen werden immer reicher – dank der Börse

Wer gedacht hat, die Deutschen verfallen nach der Corona-Pause in Konsumrausch, den belehrt die Bundesbank eines Besseren: Noch nie war das Geldvermögen der Deutschen so hoch wie jetzt. Ein Großteil des Vermögenszuwachses stammt aus Kursgewinnen von Aktien und Aktienfonds.

Obwohl die Bundesbürger nach den Corona-Einschränkungen wieder Freude am Konsumieren entwickeln, haben sie bisher ihr Geld zusammengehalten. Wie die Deutsche Bundesbank jetzt mitgeteilt hat, stieg das Geldvermögen – bestehend aus Bargeld, Wertpapieren, Bankeinlagen sowie Ansprüchen gegenüber Versicherungen – Ende des zweiten Quartals auf den neuen Rekordwert von 7,33 Billionen Euro.

Damit sind die Deutschen um 159 Milliarden Euro reicher geworden als Ende März. Rund 57 Milliarden davon sind laut Bundesbank auf Kursgewinne bei Aktien und Fondsanteile zurückzuführen. So kauften die privaten Haushalte im zweiten Quartal den Angaben zufolge Investmentfondsanteile für 24 Milliarden sowie Aktien für sieben Milliarden Euro.

Schon im vergangenen Jahr war die Zahl der Aktionäre nach Angaben des Deutschen Aktieninstituts (DAI) auf den höchsten Stand seit fast 20 Jahren geklettert. Danach besaßen 12,35 Millionen Deutsche – und damit jeder Sechste – Aktien oder Aktienfonds, knapp 2,7 Millionen mehr als Ende 2019. Höher war die Zahl der Aktiensparer zuletzt 2001.

Dennoch ist Deutschland noch längst kein Land der Aktionäre. Der Großteil des Geldvermögens liegt laut Bundesbank mit 2,9 Billionen Euro nach wie vor auf Giro- und Tagesgeldkonten. Im zweiten Quartal sind erneut rund 52 Milliarden Euro hinzugekommen. Eigentlich unverständlich, denn erstens verdienen Sparer damit aufgrund der Zinsflaute keinen Cent, und zweitens erleiden sie wegen der hohen Teuerungsraten Monat für Monat einen Kaufkraftverlust.

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