Immo-Zinsen: Jetzt kommt Bewegung in den Markt

Seit vergangenen Sommer lagen die Immobilienzinsen wie zementiert auf Rekordtief, und potenzielle Häuslebauer hatten alle Zeit der Welt, sich um optimale Finanzierung Ihres Immobilientraums zu kümmern. Doch einiges spricht dafür, dass jetzt die Bauzinsen wieder nach oben klettern.

Grundstücke und Wohnraum sind knapp, die Immobilienpreise hoch – Häuslebauer und Immobilienkäufer haben es gerade nicht leicht. Nur auf eines konnten sie sich bisher verlassen: Geld von der Bank ist billig. Doch auch dieses Blatt könnte sich bald wenden.

Vor allem die steigende Inflationserwartung macht Sorgen: Wegen der nationalen und europäischen Konjunkturprogramme zur Bewältigung der Corona-Pandemie und der expansiven Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) könnte die Inflation bald anziehen. In der Folge würden auch die Renditen deutscher Staatsanleihen steigen. Das Problem daran: Die Rendite von Bundesanleihen mit zehnjähriger Laufzeit ist direkt mit den Bauzinsen gekoppelt.

Und die sind seit Ende Februar so stark gestiegen wie lange nicht mehr. Die Zinsen für Baugeld mit zehn Jahren Laufzeit liegen derzeit bei 0,77 Prozent. Um den Jahreswechsel herum hatten sie noch bei 0,65 Prozent gelegen. Das ist zwar nicht die Welt und immer noch extrem günstig, doch auch kleine Änderungen wirken sich belastend aufs Finanzierungsbudget aus.

So beträgt etwa die jährliche Zinsschuld mit einem Zins von 0,8 Prozent für einen Kredit von 500.000 Euro 4.000 Euro. Klettern die Bauzinsen beispielsweise auf 1,3 Prozent – was einige Marktexperten nicht ausschließen – steigt die jährlichen Zinsbelastung auf 6.500. Über zehn Jahre bedeutet das eine Verteuerung des Baukredits um 25.000 Euro.

Potenzielle Häuslekäufer, die Ihre Traumimmobilie bereits gefunden haben, sollten daher nicht mehr allzu lange mit dem Abschluss der Finanzierung warten. Wer schon einen Immobilienkredit laufen hat und nichts riskieren will, sollte über ein sogenanntes Forward-Darlehen nachdenken. Damit lassen sich die aktuellen – noch niedrigen – Zinsen für eine Anschlussfinanzierung sichern. Auch der Forward-Aufschlag liegt derzeit noch auf einem Rekordtief.

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