Nachhaltige Geldanlagen profitieren doppelt von der Pandemie

Mit gutem Gewissen Geld anlegen ist längst mehr als ein Modetrend. Nicht nur in Deutschland, sondern weltweit steigen die Investments in sogenannte ESG-konforme Assets. Nachhaltige Kapitalanlagen profitieren dabei gleich zweifach von der augenblicklichen Pandemie.

Mitte November meldete der Branchenverband BVI, dass die heimische Fondsbranche trotz Corona und zwischenzeitlichen Börsenturbulenzen ein hervorragendes Neugeschäft verzeichnet. Das Segment der nachhaltig anlegenden Fonds legte allerdings ein besonders rasantes Wachstum hin.

Noch Ende Juni vermeldete der BVI, dass das von Nachhaltigkeitsfonds verwaltete Vermögen die 100-Milliarden-Grenze überschritten hat. Seitdem ist dieses Vermögen um weitere fast 30 Prozent auf 129 Milliarden Euro gestiegen.

Doch nicht nur in Deutschland, sondern auch international sind nachhaltige Investments stark im Kommen. Eine international angelegte Studie des Verbands für Finanzanalysten, CFA Institute, zeigt, dass 76 Prozent der institutionellen und 69 Prozent der privaten Anleger (in Deutschland sogar 81 Prozent) an ESG-Investments interessiert oder bereits entsprechend positioniert sind.

Das Fondsanalysehaus Morningstar belegt diese Umfragen mit Zahlen. Danach stiegen die weltweiten Zuflüsse in offene ESG-Fonds und -ETFs im zweiten Quartal auf gut 71 Milliarden Dollar und erreichten ein Vermögen von 1,06 Billionen Dollar.

Diese steigende Nachfrage nach ESG-konformen Kapitalanlagen hat zwei Gründe: Zum einen sorgt die weltweite Pandemie dafür, dass Themen wie Verantwortung, Nachhaltigkeit und Ökologie verstärkt ins Bewusstsein der Anleger rücken. Zum anderen entwickeln sich Aktien von Unternehmen, die nach ESG-Kriterien geführt werden, besser als diejenigen herkömmlicher Unternehmen – auch während einer Krise, wie der wohl wichtigste Nachhaltigkeitsindex zeigt.

Im Krisenmonat März verlor der MSCI World rund 13 Prozent, der nachhaltige MSCI SRI-Index nur knapp zehn Prozent. Und während seit Jahresanfang der „normale“ MSCI World um zehn Prozent nach oben kletterte, legte der nachhaltige SRI-Index dagegen gut 16 Prozent zu. Zum Vergleich: Der DAX steht derzeit ungefähr auf dem Stand von Jahresanfang.

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